„Die Gerechte“ von Peter Swanson

Titel: „Die Gerechte“ _20170213_094101.JPG

Autor: Peter Swanson

Genre: Thriller

Seiten: 414 Seiten

Erscheinungsdatum: 16. Januar 2017

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Preis: 12,99 €

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Klappentext:

Als Ted Severson in einer Flughafenbar die attraktive Lily Kintner kennenlernt, ahnt er nicht, dass diese Begegnung sein Leben auf grundlegende Weise verändern wird. Ted hat gerade herausgefunden, dass seine Ehefrau Miranda ihn betrügt. Und als er sich nach einigen Martinis der Fremden anvertraut und die Bemerkung fallen lässt, dass er seine Frau am liebsten umbringen würde, macht Lily ihm ein schockierendes Angebot: Sie will ihm helfen, den perfekten Mord zu planen – denn manche Menschen haben es ihrer Ansicht nach einfach verdient zu sterben. Ted weiß nicht, ob Lilys Vorschlag tatsächlich ernst gemeint ist, doch die rothaarige Schönheit und ihre gelassene Ausstrahlung faszinieren ihn. Und so lässt er sich ein auf ein düsteres Spiel, das bald schon völlig ausser Kontrolle gerät…

Protagonisten:

Ted Severson ist der arme betrogene schwerreiche Ehemann. Er vertraut Frauen teilweise blind, was ihm nicht immer zu gute kommt.

Lily Kintner ist als Kind eines Schriftstellers und einer Künstlerin aufgewachsen. Da ihre Eltern mehr mit sich beschäftigt waren als mit ihrer Tochter, war sie schon früh auf sich allein gestellt. Ihre Eltern bemerkten zwar, dass ihre Tochter anders ist als andere Kinder… aber einen Grund zur Besorgnis sahen sie nicht.

Miranda Severson war schon immer auf der Suche nach einem reichen Ehemann, dessen Geld sie mit Hülle und Fülle ausgeben kann. Mit Ted hat sie diesen gefunden, doch irgendwann reicht ihr das nicht mehr. Sie fängt eine Affäre mit ihrem Bauleiter an…

Meine Meinung:

Der Schreibstil von Swanson gefiel mir an sich recht gut, bis auf die anfangs extrem umfangreichen Beschreibungen von restlos allem. Beschreibungen sollen und müssen auch sein… aber das war mir persönlich einfach etwas too much :-/

Was mir auch anfänglich etwas zu schaffen gemacht hat, war die durchgehende Ich-Perspektive des gesamten Buches. Jeder Charakter wurde aus der Ich-Perspektive geschrieben, was ich als etwas verwirrend empfand. Es war zwar über jedem Kapitel der jeweilige Charakter betitelt, um dessen Sicht es dort ging… trotzdem fand ich, dass es dem Leser damit schwer gemacht wurde. Man ist es halt einfach nicht gewohnt!

Ted war mir von Anfang an sehr sympathisch. Seine gutgläubige, teils blauäugige, Art war nicht so übertrieben dargestellt, dass es den Anschein machte, man hätte es mit einem vollkommenen Idioten zu tun. Es hielt sich eher in dem Rahmen eines Mannes, der schnell Vertrauen fasst und immer erstmal das Gute im Menschen sieht.

Die krasse Reaktion von Ted auf den Betrug seiner Frau, kam mir erstmal etwas surreal vor… dies wurde aber im Nachhinein gut und nachvollziehbar erläutert. Dadurch bekam das Ganze wieder mehr Authentizität!

Gegen Miranda hingegen entwickelte ich sofort eine Antisympathie. Diese wurde dann im Laufe des Buches immer weiter verstärkt. Im Grunde sprach ihr ganzes Verhalten für eine Soziopathin, die einfach zu keinerlei Gefühlen im Stande war und ihre ganze Umgebung täuschen musste.

Auch Lily hatte soziopathische Züge, die ich aber eher als „Anpassungsstörung“ gewertet habe. Lily brachte mich immer wieder in einen Zwiespalt, da ihr eigentlich meine Sympathie zu Teil wurde, mich ihre Taten, und ihre eiskalte Berechnung dahinter, doch mehrfach erschaudern ließen. Andererseits entwickelte ich Mitgefühl und fragte mich, ob sie durch ihre unkonventionelle „Erziehung“ so geworden war oder schon so geboren wurde.

Der Ermittler Kimball ließ mich eigentlich nur schmunzeln und war mir etwas suspekt in seinen Verhaltens- und Denkweisen. Das Gesamtpaket seines Charakters wirkte dadurch leider nicht sehr authentisch. Aber seine Limericks bespaßten mich wenigstens etwas 😀

Die Story war zwar teilweise immer etwas vorhersehbar, nahm dann aber wieder und  wieder Wendungen, die man so nicht erwartet hätte! So ging es ungelogen das gesamte Buch über 😀 Spannung war dadurch einfach garantiert! Eine wirklich ausgeklügelte Story! Und einmal gab es sogar einen richtig guten Wow-Effekt!

Das Buch war in 3 Teile gegliedert. Die Teile beschäftigten sich im Wechsel mit 2 Personensichten auf die Geschichte.

Teil 1: Ted und Lily

Teil 2: Lily und Miranda

Teil 3: Kimball und Lily

Diese Aufteilung sagte mir sehr zu und machte das Ganze richtig interessant. So ist mir das auch noch in keinem anderen Buch bis jetzt untergekommen. Daumen hoch!

Das Ende war für mich extrem unerwartet O.o Und der Plot zum Schluss warf nochmal alles über den Haufen und zog mir den sprichwörtlichen Boden unter den Füßen weg! Absolut grandios!

Von mir gibt es 4/5 Sterne!

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