„Das Spiel“ von Stephen King

_20170319_095546Titel:  „Das Spiel“ (Gerald’s Game)

Autor: Stephen King

Genre: Roman

Seiten: 480 Seiten

Erscheinungsdatum:  02.06.2009

Verlag: Heyne

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3-453-43397-7

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Klappentext:

Jessie und Gerald Burlingame haben sich in ein abgeschiedenes Sommerhaus am Kashwakamak Lake im Westen Maines zurückgezogen, um dort ein extravagantes „romantisches“ Wochenende zu verbringen. Gerald, ein erfolgreicher Anwalt, will die Ehe der beiden mit Fesselspielchen neu beleben. Jessie lässt sich auf das Spiel ein, aber als Gerald immer zudringlicher wird, während sie mit Handschellen ans Bett gekettet ist, bittet sie ihn, von ihr abzulassen. Er kommt ihrem Flehen nicht nach, weil er es offenbar als Teil des Spiels missversteht. Jessie weiß sich nicht anders zu helfen, als ihm einen Tritt zu versetzen – worauf er einen Herzinfarkt erleidet und tot neben dem Bett zusammenbricht. Niemand ist in der Nähe, der helfen könnte, und so ist Jessie, die sich nicht selbst befreien kann, ihrem Verderben ausgesetzt. Stunden des Horrors liegen vor ihr…

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist typisch King, eine Vielzahl von langen detaillierten Schachtelsätzen. Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler wiedergegeben, sodass man das Gefühl hat, als stiller Beobachter mit dabei zu sein.

Bis zu der Stelle, wo Gerald den Herzinfarkt erleidet, ist das Buch etwas langatmig. Jedoch gefällt mir gut, wie realistisch Stephen King die Ehe der beiden beschreibt. Auf seine teilweise vulgäre Art, findet er genau die richtigen Worte dafür. Schließlich ist in keiner Ehe immer alles super, schon gar nicht nach so langer Zeit! 😉

Die Story ist in 2 Geschichten gesplittet. Einmal Jessies Vergangenheit/Kindheit – hier wird  besonders Bezug auf den Tag der totale Sonnenfinsternis 1963 genommen. Und dann auf die Gegenwart der ans Bett gefesselten Jessie.

Um die Vergangenheit wird sehr viel „drumrum geredet“. Man ahnt zwar schon, was ungefähr passiert ist, aber bis man es sicher weiß, muss man einige Längen überbrücken 😀 Was aber gar nicht schlimm ist, weil die Neugier des Leser so weiter genährt wird. Mit jeder weiteren Rückblende, möchte man immer dringender wissen, was an dem Tag der Sonnenfinsternis passiert ist.

Richtig gut hat mir vorallem die Geschichte um den Hund gefallen, der im Buch auftaucht. Da man seine Vergangenheit erfährt und auch an seinen Gedanken teilhaben darf. Dadurch kann man sich super in die Situation des Hundes hineinversetzen! King denkt nunmal an die kleinsten Details, was seine Geschichten so besonders machen ❤

U.a. bekommt man nicht nur Jessies Gedanken geschildert, sondern nimmt auch teil an den Gesprächen in ihrem Kopf. Jessie hat nämlich Stimmen im Kopf à la Engelchen und Teufelchen. Nur das es sich nicht auf 2 beschränkt, sondern es ein paar mehr sind. Dies gestaltet das „Alleinsein“ nochmal ganz anders und bringt die Atmosphäre in die richtige Richtung.

Die Gefühlslagen, die Jessie während ihres Überlebenskampfes durchläuft, fühlt man richtiggehend mit! Die Angst, die Frustration, die Erleichterung, der Ekel… alles, wirklich alles, spürt der Leser am eigenen Leib! Man fiebert bei jeder überlebensrettenden Maßnahme mit ihr mit, sodass man die Anspannung auf seinen eigenen Körper projeziert!

Ungefähr in der Mitte des Buches wird es auch richtig gruselig. Diesen Abschnitt habe ich abends vorm Zubettgehen gelesen und hatte danach erstmal etwas Unbehagen verspürt bei dem Gedanken mich in ein dunkles Zimmer zu legen.

Während der ganzen Geschichte bleibt man im Unklaren, ob sich die Dinge nur in Jessies Kopf abspielen oder sie es wirklich gesehen hat. Und genau das gibt den Nervenkitzel! Am Ende folgt dann die Aufklärung, die zwar sehr plausibel ist, ich mir jedoch einfach was anderes gewünscht habe. Und leider hat sich das Ende auch wieder ziemlich gezogen. :-/

Dieses Buch ist ein typischer King – es ist gruselig, eklig, detailliert und realistisch beschrieben. Es ist spannend, hat aber auch seine Längen. Wie immer spielt King hier mit einer Urangst des Menschen – hilflos allem ausgeliefert zu sein! Für mich ein sehr gutes Buch, daher 4,5/5 Sterne!

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