„anonym“ von Ursula Poznanski & Arno Strobel

Titel: _20170326_194306.JPG„anonym“

Autor: Ursula Poznanski & Arno Strobel

Genre: Thriller

Seiten: 384 Seiten

Erscheinungsdatum: 21.09.2016

Verlag: Wunderlich

Preis: 19,95 €

ISBN: 978-3-8052-5085-6

Kauf mich!

Klappentext:

Als der Hamburger Kriminalkommissar Daniel Buchholz zu einem Tatort auf einem verlassenen Fabrikgelände gerufen wird, findet er dort nicht nur eine entsetzlich zugerichtete Leiche, sondern trifft auch auf eine neue Kollegin: Nina Salomon.

Die beiden geraten sofort aneinander, denn der überkorrekte Buchholz zuckt schon beim Anblick eines ungebügelten Kragens zusammen – Salomon dagegen nimmt es mit Konventionen nicht so genau. Dafür verfügt sie über einen sicheren Instinkt und kommt schnell einem Internetforum auf die Spur, das seinen Mitgliedern ein Spiel besonderer Art bietet: Sie dürfen Menschen, denen sie den Tod wünschen, auf eine Liste setzen, und die Forenuser stimmen dann über den „Gewinner“ ab.

Der Tote auf dem Fabriksgelände ist das erste Opfer, und die nächste Spielrunde läuft bereits. Doch alle Versuche der Polizei, den Betreiber zu lokalisieren oder das Forum vom Netz zu nehmen, schlagen fehl, denn die Seite befindet sich im sogenannten Darknet, wo keine Regeln gelten – bis auf eine: Anonymität.

Ihre erste Zusammenarbeit führt Buchholz und Salomon schnell an ihre Grenzen. Von Runde zu Runde wird der Täter phantasievoller, und sein sensationsgieriges Publikum verlangt nach mehr…

Meine Meinung:

Der Schreibstil von Poznanski und Strobel ist flüssig lesbar. Der Schreibstil von Nina Salomon also Ursula Poznanski hat mir jedoch einen Ticken besser gefallen! Das Format des Hardcovers ist angenehm für den Leser, da es recht viele Absätze hat und die Schriftgröße sowie der Zeilenabstand optimal gewählt wurden. Auch die Kapitel sind im Durchschnitt nicht zu lang.

Was den Leser anfangs etwas verwirren kann, dass die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Nina Salomon und Daniel Buchholz geschrieben sind; und auch dementsprechend beide aus der Ich-Perspektive. Jedoch gibt es über den Kapiteln dazu keinen Vermerk, sodass man es anfangs im Kapitel selbst erlesen muss. Ab und zu bekommt man im Laufe des Buches auch noch Kapitel aus der Tätersicht erzählt, welche sich aber klar durch fortlaufende römische Ziffern von den anderen Kapiteln abheben. Für meinen Geschmack, hätte man das ruhig noch etwas ausbauen können!

Mit dem Prolog wird man direkt in ein Szenario „reingeschmissen“, welches erstmal Verwirrung stiftet, da es eigentlich laut Klappentext in keiner Verbindung zur Story steht. Dann jedoch klärt sich auf, dass es sich bei dem Szenario nur um eine Traumsequenz gehandelt hat. Da zu keinem Zeitpunkt mehr darauf Bezug genommen wird, ist dieser Traum total überflüssig und trägt auch nicht zur Story bei!

Die Protagonisten Nina Salomon und Daniel Buchholz sind beide recht sympathisch.Sie sind beide eigentlich komplett unterschiedlich, haben aber eine Sache gemein: Beide sind auf ihre ganz eigene Art verkorkst!

Besonders Nina Salomon finde ich richtig klasse, da sie gerne ihr eigenes Ding macht und dafür auch gewisse Grenzen überschreitet. Sie ist weniger Teamplayer und macht lieber ihr eigenes Ding, was sich oftmals durch ihre Alleingänge schildert. Auch hat sie immer einen Konter auf der Zunge und ist generell nicht gerade zimperlich mit ihren Worten. Dadurch schießt sie zwar ab und zu übers Ziel hinaus, was ihr dann aber auch leid tut und sie authentisch erscheinen lässt!

Mit Daniel Buchholz musste ich erstmal etwas warm werden… Anfangs dachte ich nur wie Nina: arroganter Schnösel! 😀 Er ist überkorrekt, krankhaft penibel, ein Reinheits- und Ordnungsfanatiker und bei ihm läuft alles Regelkonform! Doch sowie man mehr über ihn und seine Vergangenheit erfährt, sammelt er fleißig Sympathiepunkte.

Generell bekommen beide Protagonisten durch die Vergangenheitserzählungen mehr Tiefe und Authentizität. Dadurch kann der Leser sich besser in die Verhaltensweisen und Charakterzüge der beiden hineinversetzen!

So klasse die beiden Protagonisten auch ausgearbeitet sind, so mangelhaft ist leider die Story. Nicht nur, dass dem kompletten Buch die Spannung fehlt, sondern vieles wirkt einfach unrealistisch, übertrieben oder überflüssig! :-/

Das ganze Buch über gibt es so gut wie keine Hinweise auf den Täter, sodass der Leser noch nicht mal Vermutungen anstellen kann 😦 Dementsprechend gibt es auch bei den Ermittlungsarbeiten keinerlei Fortschritte und alles dümpelt nur so vor sich hin. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird es ab dem letzten Drittel absolut vorhersehbar! -.-

Obwohl es keinerlei Hinweise auf den Täter gibt, habe ich eine Person kurzzeitig im Verdacht gehabt, aber mir dann aufgrund anderer Indizien wieder aus dem Kopf geschlagen… und jetzt ratet mal, wer der Täter ist?! RICHTIG! Genau diese Person! -.- Und diese Person macht dann auch noch genau das, was ich erwartet habe… Sorry, aber ein gutes Ende sieht für mich anders aus! :-/ Aber am schlimmsten ist für mich diese nicht realitätskonforme gewählte Art der Hinrichtung im Finale des Spiels! In meinen Augen ist das einfach unmöglich machbar! Ich bin zwar kein Computercrack, aber für mich ist sowas fernab vom Möglichen!

Fazit: Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, jedoch eine Story, die immens in den Details darunter gelitten hat! Und fehlende Spannung ist in einem Thriller generell ein NO GO! Die Idee dahinter ist wirklich super und bietet ein tolles Potezial für eine Katz und Maus-Jagd – Schade nur, dass es leider nicht genutzt wurde! 😦 Daher von mir 2,5/5 Sterne!

Schaut doch mal bei der lieben Sina und der lieben Nessi vorbei! Wir 3 haben das Buch zusammen in einer Leserunde gelesen und schaut euch doch einfach nochmal die Sichtweisen der Beiden an. Die Links führen direkt zu den Rezis 😉

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