„Drei Meter unter Null“ von Marina Heib

Titel: _20170415_150025.JPG„Drei Meter unter Null“

Autor: Marina Heib

Genre: Thriller

Seiten: 256 Seiten

Verlag: Heyne Encore

Erscheinungsdatum: 06.03.2017

Preis: 19,99 € Hardcover

ISBN: 978-3-453-27111-1

Kauf mich!

Klappentext:

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Der Weg der Gewalt ist nicht grundlos. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Der Tag, an dem sie eine Mörderin wird. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Miteid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Drei Meter unter Null ist eine unter die Haut gehende Geschichte um Demütigung und Einsamkeit, Rache und Vergeltung und dem unbedingten Wunsch nach Freiheit.

Meine Meinung:

Da ich schon viel Gutes über das Buch gehört habe, sind meine Erwartungen dementsprechend hoch gewesen. Leider konnte das Buch, insbesondere der Schreibstil und die Gliederung, mich überhaupt nicht überzeugen.

Drei Meter unter Null ist komplett in der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben. Es ist in mehrere Teile gegliedert, die meist einen Vergangenheitsteil und einen Tathergang schildern.

Der Schreibstil in den ersten 2/3 des Buches ist wirklich grausam. Entweder es sind stakkatomäßige Sätze oder es wird rumphilosophiert oder es werden gefühlte 20 irrsinnige Sachen aufgezählt… Dann werden oftmals einfach Fremdwörter (die ich noch nie im Leben gehört habe) in den Raum geschmissen; die, zum plumpen teils vulgären Text, total Fehl am Platz scheinen. Generell hat man in den ersten 2/3 das Gefühl man würde die Gedanken eines getriebenen Tieres lesen. Erst im letzten Drittel des Buches wird der Schreibstil aufeinmal „normal“, sodass man meinen könnte, dass das eine komplett andere Person geschrieben hat. Dieser „Umschwung“ ist meines Erachtens beabsichtigt, da die Autorin wahrscheinlich die menschliche gefühlvolle Seite der Protagonistin hervorheben möchte.

Anfangs habe ich mich oft gefragt, ob die Vergangenheit (früheste Kindheit) überhaupt für die eigentliche Story relevant ist. Meine Befürchtung, dass dies nicht der Fall sei, hat sich zum Glück nicht bestätigt. Jedoch wirkt die Kindheit bzw das Verhalten des Kindes immer wieder total konträr. Zum Beispiel ist sie zu einem Zeitpunkt total gewalttätig und aggressiv, zu einem anderen hingegen ein kleiner Freigeist mit immenser kindlicher Fantasie, der sich von nichts und niemanden reizen lässt – Für mich sind das 2 Wesensarten, die nicht zusammenpassen.

Auch störte mich am Anfang, dass nicht erläutert wird, warum sie diese Männer tötet. Der Leser bekommt durch die emotionslose Art der Protagonistin eher das Gefühl, als würde sie sich willkürlich irgendwelche Opfer aussuchen und ihre Ermordung planen. Hier wäre eine leichte Einführung nicht verkehrt gewesen! Dafür gibt es an anderen Stellen extrem viel Input, der total irrelevant ist. Viele Stellen hätte man definitv kürzen und dafür andere Szenen vertiefen können.

Das letzte Drittel finde ich dafür sehr interessant! Die Auflösung des Motivs gibt dem Ganzen einen Sinn. Nicht nur der Gegenwart, sondern auch dem Verhalten in der Kindheit. Leider ist es schwer diese psychischen Auswirkungen, die die Protagonistin  zu dem Menschen gemacht haben und dadurch auch mit dem Motiv zusammenhängen, in „nur“ knapp 250 Seiten dem Leser zu verdeutlichen. Hier hätte man einfach viel mehr Tiefe dem Ganzen geben müssen, damit der Leser sich überhaupt in die Protagonistin hineinversetzen kann. Dies kann er nämlich so  absolut nicht, da die Charaktere durchweg eigenartig, stumpf, kontrovers und unsympathisch wirken!

Die Schilderung des schrecklichen Martyriums, auf dem das Buch aufgebaut ist, hat mir auch sehr gut gefallen! Hier ist endlich mal an sinniger Stelle genug Tiefe und Input gegeben worden! Daher konnte ich mich super in das Geschehen hineinversetzen und mir ein Bild davon machen, sowie die Gefühle „miterleben“. Das hätte ich mir für das ganze Buch gewünscht! Teilweise wurde mir schon etwas schlecht während der Schilderungen…

Die krasse Wendung zum Schluss ist total unvorhersehbar und hat mich schon etwas aus den Socken gehauen. Durch diese Wendung macht dann wirklich alles einen Sinn!

Schade, dass 2/3 des Buches einfach „Schrott“ sind. Daher kann auch das letzte Drittel die Bewertung nicht raushauen :-/ Von mir gibt es daher 2/5 Sterne!

 

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