„Amnesia“ von Jutta Maria Herrmann

Titel: Amnesia.jpg„Amnesia“

Autor: Jutta Maria Herrmann

Genre: Thriller

Seiten: 304 Seiten

Verlag: Knaur Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 01.06.2017

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3-426-51997-4

Kauf mich!

Klappentext:

Du hast nichts zu verlieren.
Du hast eine mörderische Wut.
Und du kannst dich an nichts erinnern …
Als die Berlinerin Helen die Diagnose Krebs im Endstadium erhält, ist es ihr einziger Wunsch, sich vor ihrem Tod endlich mit ihrer Mutter auszusöhnen, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Bei ihrer Familie in der südwestdeutschen Heimat angekommen, muss sie dann schockiert erfahren, dass ihre schwangere Schwester Kristin von ihrem Ehemann Leon misshandelt wird. Am liebsten würde Helen Leon dafür umbringen, zu verlieren hat sie ja nichts mehr. Aber einen Menschen töten? Helen glaubt nicht, dass sie dazu wirklich fähig ist.
Am nächsten Morgen allerdings ist Leon tot – und Helen, die Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen nimmt, hat keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht. Amnesie …

Meine Meinung:

Amnesia ist mein erstes Buch von Jutta Maria Herrmann, von daher bin ich ganz unbefangen an die Sache rangegangen. Typisch für ein deutschsprachiges Buch ist der super flüssig lesbare Schreibstil. Dies ist mir besonders extrem aufgefallen, da ich parallel ein Buch einer britischen Autorin gelesen habe, welches arge Übersetzungs- fehltritte aufwies. Jedoch konnte ich hier, bis auf ein paar Wort-, und daraus erfolgende Logikfehler, nicht meckern. Teilweise waren die sogar sehr belustigend 😀

Richtige Kapitel gibt es nicht. Das Buch ist untergliedert in mehrere Tage des Geschehens, welche in Abschnitte unterteilt sind. Die Abschnitte haben eine angenehme Länge, was den Lesefluss noch geschmeidiger macht.

Das gesamte Buch über herrscht eine leichte unterschwellige Spannung, was super zur Geschichte passt. Natürlich gibt es auch immer wieder Szenen, wo die Spannung um mehrere Oktaven steigt, was die Sache nur interessanter macht. Im Laufe des Buches kommen immer wieder neue Erkenntnisse zu Tage, die den Tatvorwurf gegen die Protagonistin erhärten. Doch wenn man zwischen den Zeilen liest, merkt man, dass da etwas nicht stimmen kann 😉

Die Geschichte ist wirklich toll aufgebaut und gut durchdacht. Die Geheimnisse der Vergangenheit sind klasse integriert und bevor die Auflösung eines Geheimnisses kommt, wird die Spannung erstmal hochgeschraubt. Generell ist hier ein schönes Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gelungen.

Die Charaktere sind recht oberflächlich, was bei einer Seitenzahl von knapp 300 auch nicht wirklich verwerflich ist. Trotzdem entwickelt man recht schnell Anti-/Sympathien. Hier spielt die Autorin mit dem Leser, da hier nicht alles ist, wie es zu sein scheint… und gewiss nicht jeder das ist, für was er sich ausgibt.

Leider hatte ich, aufgrund der fehlenden Tiefe der Protagonistin, arge Aufwärmprobleme mit ihr. Besonders konnte ich ihr Verhalten teilweise überhaupt nicht nachvollziehen und hätte sie oftmals am liebsten einfach nur zur Besinnung geschüttelt oder angeschrien. Extrem genervt hat mich vorallem ihr Selbstmitleid aufgrund der Krebserkrankung; welche, in den ersten 2/3 des Buches, gefühlt auf jeder Seite thematisiert wird. Genauso wenig konnte ich nachvollziehen, warum sie es nicht einfach ihrer Familie gesagt hat. Sie hatte so viele Gelegenheiten… und mal ehrlich… um jemandem mitzuteilen, dass man sterben wird, gibt es keinen „richtigen“ Zeitpunkt!

!ACHTUNG!SPOILER!ANFANG!

Das Ende des Buches ist für meinen Geschmack nicht sehr befriedigend. Leider bleibt die Täterfrage ungelöst und viele Fragen zur Tat etc werden nicht beantwortet. Der Leser muss sich aus den vorliegenden Fakten seinen Teil für sich denken und muss damit dann zufrieden sein. Meins ist es definitiv nicht! Ich mag sowas schon bei Filmen überhaupt nicht!

Auch das Schicksal von Helen, was eigentlich besiegelt war, wird über den Haufen geschmissen. Sorry, aber dafür musste ich die Thematisierung der Krankheit so lange über mich ergehen lassen?!? Echt ätzend! -.-

!ACHTUNG!SPOILER!ENDE!

Amnesia ist auf keinen Fall mein erstes und letztes Buch von Jutta Maria Herrmann. Auf meinem SuB liegt noch Hotline und das möchte ganz bald gelesen werden 🙂 Bis auf das Ende und die ständige Erwähnung der Krebserkrankung habe ich auch nicht wirklich was zu meckern und im Gesamtpaket hat mir das Buch gut gefallen. Es hat mich jetzt nicht aus den Socken gehauen, aber es ist ein solider Thriller, mit dem Hang zum Psychothriller, und aufgrund der geringen Seitenzahl super geeignet für zwischendurch. Von mir gibt es daher 3,5 Sterne!

 

 

 

 

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